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_ES WAR SO LEICHT, G.P. ZU LIEBEN ...
| Er
hatte alles, was ein Mann braucht: Größe, ausgewogenene
Züge, dunkles Haar, volle Brauen, warme Augen. Oh nein, Pauline
hört noch nicht auf: Er hatte ein kluges Gesicht, einen aufrechten
Gang, Manieren, Charme, Eleganz. Die schönsten Frauen konnte
er haben, und wenn er es tat, so schwieg er darüber wie ein
Gentleman. Er war - mit einem Wort: edel. Und gut. ("Edel sei
der Mensch, hilf, reich und gut...", ja, ja, reich war er sicher
auch). |
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Sie
stellte ihn sich in ihren Jungmädchenträumen im heißen
Adriasand vor: Er würde ihr begegnen und sie auf seine Schaffarm
in Neuseeland entführen (damals dachte sie sich Schafe und
Neuseeland schrecklich langweilig, aber frisch und kühl;
heute denkt sie anders darüber). Leidenschaftlich und wild,
nein, das wäre er nicht gewesen und das hätte sie damals
auch gar nicht gewollt. Er hätte mit einem Glas Gin lässig
am Kamin gelehnt und hätte ihr von den wolligen Geheimnissen
der Schafzucht erzählt. Und sie hätte so getan, als
ob sie ihm zuhöre und indessen voller Inbrunst seine männliche
Erscheinung studiert. Danach wären sie zusammen ins Bett
gegegangen (über diesen Teil der Geschichte hatte sie - im
Sand liegend - nie nachgedacht; er würde wissen, was zu tun
wäre) und am nächsten Morgen hätten sie auf Terrassen
gefrühstückt, und er wäre in sein Anwaltsbüro
geeilt (ach ja, Atticus Finch!) und hätte Gutes getan. Und
sie hätte Rosen geschnitten und den Mittagstisch gedeckt
...
Oh
jemineh, oh jemineh, Pauline war noch ein kleines Mädchen
damals. Jetzt ist er tot, und es tut nicht richtig weh - natürlich
hat sie ihn über die Jahre fast vergessen - , aber ein Stich
ins Herz ist es doch. Übrigens - sein Bild hat sie irgendwo
auf diesen Seiten hier untergebracht. Unbewußt. Heimlich.
Ohne, dass die andern drei es gemerkt hatten ... jedenfalls haben
sie nix gesagt.
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